Auf ein Wort
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Jesus Christus spricht: „Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fülle haben“ (Joh.10:10 Einheitsübersetzung) Liebe Gemeinde, wünschen wir uns nicht alle ein glückliches, erfülltes Leben – ein Leben in Fülle, wie es der Evange- list Johannes so treffend beschreibt? Schon Aristoteles nannte Glück das Ziel des Lebens. Doch was bedeutet es wirklich, glücklich zu sein? Was genau stellen wir uns unter einem „Leben in Fülle“ vor? Ist es das Gefühl, dass es mir und meiner Familie gut geht, dass ich gesund bin, ein gesicher- tes Einkommen und treue Freunde habe? Oder finden wir Erfüllung in einem vollen Terminkalender, langen Arbeitstagen, spannenden Reisen, ehrenamtlichem Engagement und dem Genuss kultureller Höhepunkte wie Ausstellungen und Konzerten? Jeder von uns hat seine ganz eigenen Antworten, Wünsche und Vorstellungen. Der Frühling entfacht in vielen von uns ein besonderes Wohlgefühl – wenn Krokusse, Schneeglöckchen und Narzissen den Rasen zieren, die Bäume zu sprießen beginnen, die frische Luft mild wird, die Sonne den Morgen begrüßt und die Vögel ihre Lieder anstim- men. Diese Frühlingsgefühle möchten wir mit diesem Gemeinde- brief feiern und miteinander teilen. Im Kirchenjahr stehen die Monate März, April und Mai ganz im Zeichen der Auferstehung Christi – jenes christliche Hauptfest, das uns Hoffnung und neues Leben schenkt. Am 5. März leitet Ascher- mittwoch die vierzigtägige Fastenzeit ein – eine Zeit der Stille und des Innehaltens, in der wir in Gedanken und Gebeten Jesus auf seinem Weg zum Kreuz begleiten und unser eigenes Leben im Licht seines Wirkens betrachten. In der Karwoche, dem Höhe- punkt seines Leidensweges, bereiten wir uns auf das freudige Fest der Auferstehung am 20. April vor. Die österliche Freude begleitet uns durch den Mai und findet ihren Ausdruck in der Feier von Christi Himmelfahrt am 29. Mai. Das Motto, das diese besondere Zeit des Kirchenjahres zusammenfasst, ist Jesu eigene Aussage: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben.“ Wie es in der Basis-Bibel heißt: „Ich bin gekommen, um ihnen das wahre Leben zu bringen – das Leben in seiner ganzen Fülle.“ Was meint Jesus mit diesem überreichlichen, erfüllten Leben? Er spricht von einem Weg, der seinen Nachfol- gern ermöglicht, das von Gott vorgesehene Ziel zu erreichen – ein Leben in seiner Liebe, in seiner liebevollen Nähe. Dieses Leben befreit uns von der Last, stets alles unter Kontrolle haben zu müs- sen, und nimmt uns die Angst, in endlosen Gedankenschleifen gefangen zu sein. Es lädt uns ein, mit Leichtigkeit, Vergebung und innerer Gelassenheit unseren Weg zu gehen – in dem Wissen, dass wir unsere Tage und Jahre in die Hände Jesu Christi legen dürfen. Doch Jesu Botschaft reicht weit über das Irdische hinaus: Sie öffnet unseren Blick für die Ewigkeit und weist den Weg zum unvergänglichen Leben in der liebenden Gegenwart Gottes. Dafür ging er bis in den Tod, damit auch wir ein erfülltes und glückliches Leben führen können – verbunden mit ihm. Möge diese Botschaft uns alle inspirieren und dazu einladen, das Leben in seiner ganzen Fülle zu entdecken und zu leben. In herzlicher Verbundenheit, Ihre Pastorin Sandra Gintere
Evangelische FriedenskirchengemeindeHochsauerland
Pfarrerin Dr. Sandra Gintere